https://derstandard.at/2000085001222/Urteile-bahnen-Weg-fuer-Welle-an-Ausbuergerungen
https://www.oe24.at/oesterreich/politik/20-000-Austro-Tuerken-muessen-zittern/344091869
Manch einen wird das Folgende überraschen (die, die mich genauer lesen, wohl etwas weniger), aber ich hole gerade heftig mit beiden Händen zum frenetischen Beifall aus, zudem richte ich schon die fedrigen Polster, auf dass ich dem Mimimimi-Konzert freudig und ohne Rückenschmerzen die nächsten Monate lauschen kann, werden ja nun Tränen folgen, die jedes Krokodil in einer Schampfütze ersaufen lassen würden.
Was sagen Sie? Da werden Leben zerstört? Durchaus, allerdings darf man sich die Schuld dafür selber hinter die Öhrchen kritzeln. Ganz alleine. Kein Jammern. Wobei ich letzteres ohnehin nicht so ganz verstehe, schwelgt so mancher ja immer noch in schmalztriefenden Träumen von der so schönen Heimat, nicht wenige jubeln sogar der Diktatur zu (und stimmen fahnenschwenkend dafür), nun darf man in dieser - Hurraaa! - voll für immer leben und muss sich auch die verhassten Ungläubigen nicht mehr antun, weswegen man eigentlich Dankesbriefe verfassen müsste, gehen ja unzählige Träume in Erfüllung. Endlich weg vom bösen Westen, ebenso endlich heim ins Reich. Lang lebe der heilige Amtsschimmel, der schlussendlich doch noch die Möhren fand.
Wie? Sie sagen schon wieder was? Ich bin ein Rassist? Ich weiß, diese Betitelung wird einem von so manchem mittlerweile sogar für einen schneller erfahrenen Parkplatz entgegengepöbelt, dies stimmt aber so überhaupt nicht, bin ich ja dankbar für jeden zugewanderten Menschen, der hierher gekommen ist, auf dass er in Frieden und Freiheit ein selbstbestimmtes Leben in einer Demokratie führen kann. Ohne fürchten zu müssen, dass er unter fadenscheinigen Vorwürfen für Jahrzehnte in einem Knast verschwindet. Ohne fürchten zu müssen, dass seine Familie wie Aussätzige behandelt wird, nur, weil einem Politiker andere Meinungen nicht gefallen. Oder man das falsche T-Shirt trägt. Oder auf den falschen Internetseiten gesurft ist. Oder das falsche Geschlecht hat. Oder die falsche Person liebt. Oder den falschen Gott anbetet. Oder - ich trau es mir gar nicht schreiben, so ruchlos ist das Folgende - an gar keinen glaubt.
All das muss man in Europa nicht fürchten, und dafür kann man sich auch etwas erwarten. Nein, keine Dankbarkeit, denn ein solches Leben sollte selbstverständlich sein. Auch keinen Respekt, denn den definiert ohnehin jeder anders, weswegen ich es auf meine Hasswörterliste gesetzt habe (gleich nach Ehre, kurz vor Toleranz), sondern einfach keine Feindseligkeit. Und natürlich kein Beschiss. So wie die Mehrheit ( <---die "einigen", auf die ich zurückkommen wollte) es schon immer macht. Und ich weiß, dass deren Weg garantiert nicht immer einfach war, aber sie haben sich durchgesetzt. Davor ziehe ich den Hut. Als ebensolcher Europäer, wie sie es sind. Dem Rest sei stattdessen der Rücken zugewendet. Der Teil, der am unteren Ende zu finden ist. Pfiat eng! Und viel Erfolg im gelobten Land.
Guten Tag