Mittwoch, 27. Juni 2012

Immer Ärger mit der Vorhaut

http://www.ftd.de/politik/deutschland/:koerperverletzung-gericht-stellt-religioese-beschneidung-unter-strafe/70054618.html


(Quelle: Dawa-News)

Nun, ob eine Beschneidung eine medizinische Notwendigkeit darstellt, darüber scheiden sich ja die Geister, kann ja jede Studie mit einer Gegenstudie widerlegt werden, wobei ja gerne die Hygiene ins Rennen geführt wird, was jedoch heute in Zeiten fließenden Wassers wohl eher vernachlässigbar ist - zumindest in unseren Breitengraden, wäscht man sich da ja zumeist seinen Pimpel regelmässig und trägt ihn nicht als ranziges Dörrfleisch durch die Gegend. Ich kann mich da auch gerne outen, besitze ich ja das hart umkämpfte Stückchen Haut und wurde trotzdem noch von keiner Krankheit befallen, auch habe ich keinen lästigen Juckreiz, bläulich verfärbt hat er sich wegen der verachteten Köpfchenbedeckung auch noch nicht und auch sonst hatte ich noch keine körperlichen Einschränkungen, zieht sich mein angewachsener Begleiter bei Damenbesuch ja  vornehm zurück.

Lassen wir also die medizinische Komponente mal außer acht und kommen wir zur spirituellen - ist das Schnippelschnappel für einen Glauben notwendig?  Dies muss wohl jeder für sich selber beantworten und ich möchte mich da ja auch gar nicht einmischen, macht der Mensch mit seinem Körper ja gerne komische Dinge, so steckt sich manch eine glibbrige Implantate unter die Brüste und einige lassen sich die halbe Nase wegstemmen, jedoch sind dies alles Erwachsene - es geht mich also nichts an, ist ja jeder für sich selber verantwortlich.

Bei Kindern sieht die Sache jedoch anders aus, darf da ja nicht grundlos rumgesäbelt werden, was ja auch gut so ist, kann und darf ja an einem Sprössling nicht rumgeschnitzt werden, wie an der hölzernen Verandabank, nur weil es so den Eltern besser gefällt - man hat zu nehmen, was da kommt, auch wenn der Nachwuchs keine blauen Augen hat und deshalb nicht zur Handtasche passt. Wie meinen? Das kann man nicht vergleichen? Warum denn nicht? Im Endeffekt ists nichts anderes, so wird ja der nun verbotene Eingriff ja auch nur gemacht, damits zu den Eltern und deren Religion passt - der kleine Racker hat dabei kein Mitspracherecht, er ist aller Rechte beraubt und wird einfach in etwas hineingepresst, was ihm jegliche Wahlmöglichkeit fürs restliche Leben abspricht.

Nun mögen einige sagen, dass dies bei der Taufe ja auch so ähnlich ist, kann das Baby ja auch nicht die Füße in die Hand nehmen und schreiend die Kirche verlassen und ich gebe dieser Kritik durchaus recht, deshalb habe ich meinen Nachwuchs dieser Prozedur auch nicht unterzogen. Nicht weil ich etwas gegen Religion an sich habe, aber weil ich der Meinung bin, dass diese Entscheidung von jedem selber getroffen werden soll - unvoreingenommen und aus freiem Willen und nicht, weil es eine liebgewonnene Tradition seiner Vorfahren war. Wobei ja angemerkt sein sollte, dass der spätere Austritt aus der Christengemeinde eigentlich nur einen Formalakt darstellt und in ein paar Minuten erledigt ist, während die Abkehr vom Islam schon etwas schwerer ist, hat man da ja bärtige Turbanträger mit Krummsäbel an den Hacken kleben - ein nicht gekürztes Häutchen kann einem da vor Schlimmen bewahren, kann man ja so immer noch sagen, dass man nie zu dem Verein gehört hat, man kann also auch nicht von diesem abfallen.

Alles in allem bin ich also durchaus geneigt dem obigen Urteil recht zu geben und ganz verstehe ich auch die Aufregung nicht, kanns ja mit einem Glauben nicht weit her sein, wenn man mit dem Rumschneiden nicht bis zum 18.Lebensjahr warten kann - hat man gar Angst, dass dann mancher sein Anhängsel derart liebgewonnen hat, dass er es dann dranlassen will? Was sagen Sie? Gott will es aber so? Dem wirds - wiedermal - wurscht sein, hat der ja alle Zeit der Welt, schließlich gehört sie ihm ja, er wird also sicherlich warten können. Außerdem hat er dieses Ding ja auch drangepappt - hätte er gewollt, dass es schleunigst abgenommen wird, hätte er einen Reißverschluss eingebaut, oder es zumindest perforiert, wie eine Klopapierrolle. Oder einen Knopf eingenäht - den gabs schließlich auch schon vor 1400 Jahren.

Guten Tag


Kommentare:

  1. bäh,
    Die Ammis wissen schon was gut ist.
    Ich kenne genug Frauen die einem Mann mit Vorhaut keinen blasen würden ;)

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    1. a) du bist wohl selber einer und hast keine Vorhaut

      b) du kennst viele Frauen die DIR das tun würden

      STIMMT'S?

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  2. Das Schnippeln geht auf einen Packt mit Abraham zurück. Der hielt sich auch Sklaven und schwängerte eine der Damen, weil seine Frau keine Kinder bekam. Der wollte auch seinem Sohn (den er angeblich mit 99 zeugte) ohne mit der Wimper zu zucken die Kehle durchschneiden, weil Gott es so wollte. Ochsen hat er auch gerne geopfert - ach ja, bis heute gibt es nicht den geringsten Beweis dafür, dass dieser Abraham je existiert hat.

    Soviel zu reigiösen Bräuchen von alttestamentarischen Scharlatanen ;)

    Religiöse Bräuche heute gehören dann eher zur Gattung des Betrugs bei Solzialleistungen, wie z.B. Krankenkassenbeiträge:

    Wer die Kommentare auf Dawa-News studiert, wird feststellen, dass der Missbrauch von Krankenkassenbeiträgen für diesen religiösen Ritus bei einigen Zeitgenossen Gang und Gäbe ist. Amina ist da u.a. sehr großzügig mit Infos in Bezug auf Gaunereien, die wir alle bezahlen müssen.

    Clarimonde

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    1. Das Schnippeln reicht noch tiefer zurück. Man fand das auch in Urschriften der antiken Ägyptern und anderen ausgestorbenen afrikanischen Völkern.

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  3. Sehr geehrter Herr Elser,

    wie interessant sind immer wieder Ihre Beiträge, abgesehen davon, dass man manchmal eine tiefere Differenzierung vermisst. Nur, wenn man mal ein paar Wochen mehr oder weniger regelmäßig auf Ihrem Blog mitliest, so fragt man sich zunehmend, was Sie als Person veranlasst, als Nicht-Muslim, der im Zweifel auch Familie, einen Beruf und ein normales soziales Umfeld hat, so viel Energie und Zeit in die Führung eines solchen Blogs zu setzen.

    Hierfür gibt es nur die folgenden Erklärungen:

    Sie arbeiten für die Ermittlungsbehörden oder andere „Stellen“ und forsten tagtäglich die allgemein zugänglichen Quellen im I-Net durch nach den aktuellen Vorkommnissen in der salafistischen Gemeinde und sammeln dies in ihrem Blog – zu welchen weiteren Zwecken auch immer.

    Oder:

    Sie sind beruflich (und privat?) gelangweilt und somit in einer Situation, die Sie dazu führt, zu jeder Tageszeit für Ihr Steckenpferd viel Zeit ins Recherchieren und Texten zu den Salafisten zu investieren.

    Ehrenhafte staatsbürgerliche Ziele und Absichten, die Sie suggerieren, nimmt man ihnen nach einiger Zeit der Verfolgung Ihrer Blogaktivitäten nicht mehr so ganz uneingeschränkt ab, Herr Elser.

    Ein gut gemeinter Rat von Mensch zu Mensch: bei aller berechtigter Kritik und Analyse bezgl. der Salafisten-Szene … wäre nicht auch eine ganz persönliche Selbstreflektion mal angebracht?

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    1. Sie haben mich ertappt - ich bin ein Marsmensch, der die Übernahme der Erde vorbereitet. Keine Vorhaut, aber immerhin eine Vorhut.

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    2. nun ja, ganz so galaktisch werden Sie nicht sein, tippe ich doch eher auf eine ganz profane Erscheinung etwa des unausgelasteten Mittvierzigers, der die Auseinandersetzung mit sich selbst zur Zeit durch Kaprizierung auf die Salafisten elegant umschifft.
      Aber nichts für ungut, Herr Elser.
      Stimmen wie die Ihre sind in einem demokratischen Gefüge nötig und sinvoll, vor allem wenn es darum geht, einigen brüllenden Halbgaren auf der anderen Seite ein Gegengewicht entgegen zu setzen.
      Am Ende nivelliert sich dann alles und in 20 Jahren kräht kein Hahn mehr danach - weder nach den Voglianeren noch nach Ihrem Blog.
      ;-)

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  4. @ Anonymus who wrote:
    "bäh,
    Die Ammis wissen schon was gut ist.
    Ich kenne genug Frauen die einem Mann mit Vorhaut keinen blasen würden ;)"


    Nun, dann können sich ja die Männer, die sich gerne von amerikanischen Frauen einen blasen lassen, die Vorhaut entfernen lassen.

    Alle anderen sollten sie behalten können, denn mit Hygiene hat das nichts zu tun. Zumindest nicht in Ländern die fließend Kalt und Warm Wasser in ihren Wohnungen haben und zwischen geschätzt 12000 Seifensorten wählen können.

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  5. Ich habe einmal erlebt, wie dem Freund meines kleinen Sohnes aus medizinischen Gründen (Vorhautverengung), die Vorhaut entfernt werden musste. Das arme Würmchen hat eine Woche lang jedes Mal vor Schmerz geheult, wenn es Pipi machen musste. Ich stimme dem Professor zu, dass es verboten sein sollte, einem Kind so etwas ohne medizinische Notwendigkeit anzutun. (Ähnlich sehe ich übrigens auch Ohrlöcher bei Kleinkindern, auch wenn der Schmerz da echt überschaubar ist).
    Ich kenne übrigens auch einige muslimische Männer, die - in Erinnerung an ihre eigene Beschneidung - ihre eigenen Söhne bewußt nicht beschneiden ließen. Also: Vernunft und Islam schließen einander nicht aus.

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    1. das stimmt wohl. Wobei man nirgends im Koran die Beschneidung als Gebot lesen kann.

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  6. GG Artikel 2
    (2) Jeder hat das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit. Die Freiheit der Person ist unverletzlich. In diese Rechte darf nur auf Grund eines Gesetzes eingegriffen werden.


    Um dieses Recht geht es. Kinder sind Individuen und keine Ritual-Objekte ihrer Eltern. Auch Kindern muss die Religionsfreiheit zustehen, darunter fällt auch die Taufe. Religionsfreiheit ist ein individuelles Recht, kein Recht mit Schutzbefohlenen zu machen, was "Eltern" wollen.

    GG Artikel 4
    (1) Die Freiheit des Glaubens, des Gewissens und die Freiheit des religiösen und weltanschaulichen Bekenntnisses sind unverletzlich.

    Man kann nicht auf der einen Seite für sich als Eltern das Recht der Religionsfreiheit in Anspruch nehmen, wenn man es im Gegezug seinen Kindern nimmt. Das ist paradox.

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    1. Religionen SIND paradox. Zumal, dass vieles was die Religionen propagieren nicht mit Koran, Bibel, et co vereinbar sind. Dennoch werden den Menschen bestimmte Sachen eingetrichtert, welche diese dann auch glauben und als Gebote Gottes sehen. Ausser dem Beweis mit der Beschneidung welche im Koran nicht vorkommt, und von welcher laut Bibel sogar Jesus besagt dass Gott keine Beschneidungen erwünscht, kommen hinzu noch die Kindstaufe, Heiligenanbetung, Kreuzzeichen- alles Sachen die man in der Bibel nirgends zu lesen kriegt, erfunden aber von der katholischen Kirche. Und wenn wir wieder bei den Paradoxen sind, dann kann man ruhig erwähnen dass Die Juden auf den Messias warten, ihn huldigen, und verehren... ok, wenn wir dabei sind, wieso akzeptiert das Judentum nicht was Jesus sagt? Die sind auch nicht besser- sie bleiben bei den uuuuralten Sachen hängen genau wie die Muslime.

      Es ist wirklich Zeit, dass man sich von all dem religiösen Schmarrn abkapselt. Entweder man erfindet eine neue Religion, wer die wirklich braucht, und Angst vor dem Jenseits hat, dann aber eine Religion welche von A bis O befolgt wird (was nie im Leben funktionieren kann- haben so manche schon probiert) oder man lässt die Religionen alle beiseite und fängt an vernünftig zu denken. Was natürlich einfacher wäre.

      Meine Meinung wäre einen Schlussstrich zu ziehen und Koran, Bibel und Talmud und was weiss ich was noch alles als Legenden anzusehen und gut ist!

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  7. Die Beschneidung würde wohl eher erfunden, um nicht ständig den Wüstensand unter der Vorhaut rauspulen zu müssen. So kann dieser nur noch in die Augen und in die Arschritze.

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    1. Die armen Augen. Da streuen einem erst die Religionen Sand in die Augen, sobald man das Licht der Welt erblickt, und dann auch noch der Wüstensand ;)

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  8. Ein Erwachsener kann selbst entscheiden, ob er mit oder ohne sein will, aus welchen Gründen auch immer. Bei einem Kind ist das anders - es wird ihm von den Eltern aufgezwungen. Wo bleibt die Religionsfreiheit des Kindes?
    Der Apostel Paulus war vor 2000 Jahren schon viel weiter: Er sagte, dass nicht die Beschneidung entscheidend ist, sondern die innere Einstellung des Menschen!

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