Donnerstag, 31. Mai 2012

Warum nur der Staat Salafismus besiegen kann

http://blog.zeit.de/joerglau/2012/05/29/warum-nur-muslime-den-salafismus-besiegen-konnen_5581

Recht hat er ja, der Ahmad Mansour, seine Worte werden jedoch ungehört verhallen, schließlich spricht er wiedermal nur für einen Teil und zwar für die, die es ohnehin schon wissen. Dies ist ihm nicht vorzuwerfen, aber eben auch vergebene Liebesmüh, wird ein verbohrter Geist den Sinn des Artikels ja nicht verstehen bzw nicht verstehen wollen...oder es auch nicht können.

Wer soll aber nun "die" Muslime vertreten? Also die 4 Millionen, über die immer gesprochen wird und welche rechte Gruppierungen zu einem Heer der Umstürzler und Diktatoren stempeln? Niemand, es gibt keinen, der für alle sprechen kann und es wird auch nie einer auf der Bildfläche erscheinen, gibt es den Moslem ja nicht, auch wenn ein Vogel noch so davon schwülstet und die  Ummah auswindet, bis die Schwarte kracht. Ein überwiegender Teil der Menschen, welcher dieser Religionsgruppe zugeordnet wird, interessiert es nicht die Bohne, wenn ein Scheich in Saudi Arabien sein Frühstück verbal nach oben würgt, genausowenig, wie es ihn interessiert, was ein Konvertitenheilsbringer unters Schulabrechervolk schwafelt und auch einen Aiman Mazyek kennt er nicht, welcher es ja richten soll - zumindest meint das unsere Politik. All die genannten sprechen für und zu einem relativ kleinen Teil und vertreten so gut wie niemanden, einzig unsere christliche Geschichte hindert uns daran, dass wir dies wahrnehmen, haben wir ja einen Papst - welchen man mag....... oder eben nicht.

Und da liegt meiner Meinung auch unser aller Problem, glauben wir ja, das da einer sein muss, der ein Machtwort sprechen kann und Ruhe ist im Karton - ein Traum, welcher sich nie erfüllen wird, was zur Folge hat, dass wir auch in Millionen von Jahren noch diskutieren und lamentieren werden, bis dass uns die Evolution durch eine hoffentlich intelligentere Spezies austauscht.

Wobei ja eigentlich alles so einfach wäre, gibt es ja eine Institution, welche zumindest in unseren Breitengraden die Autorität besitzt klare Regeln vorzugeben und die Macht hat den Hasen wieder richtig laufen zu lassen - den Staat. Der Staat, der uns Gurten beim Autofahren anlegen lässt, der uns bei jeden Einkauf die Mehrwertsteuer aus den Taschen pfriemelt, der uns beim Klauen eins auf die Finger gibt und der uns davon abhält, im Adamskostüm durch die hiesigen Gassen zu flanieren. All das kann er, aber beim gemeinsamen Schwimmunterricht für Buben und Mädels zum Beispiel versagt er, lässt er sich da ja auf eine Diskussion ein, die er nicht führen müsste - und auch nicht sollte. Selbst bei Ehrenmorden gibt es ehemalige Verfassungsrichter, die gerne den "sozialen Kontext" des Täters berücksichtigen würden, manch einer - mich eingeschlossen - versteht die heimische Welt nicht mehr und fühlt sich genötigt einen schnellen Blick aus dem Fenster zu werfen, hat sich ja die Umgebung über Nacht eventuell verändert und das schmucke Eigenheim steht nun in Marokko, oder im Jemen.

Nun kann ich es ja auch irgendwie verstehen, dass sich die gewählten Volksvertreter scheuen mal Tacheles zu reden, gibts ja von besonders linken Mitbürgern gleich eins mit der Diskriminierungskeule übergebraten, jedoch ist es keine Ungleichbehandlung, wenn für alle die gleichen Regeln gelten - egal wo derjenige nun geboren ist und egal, was sein Prophet dazu sagt. Wem dies nicht passt, der sollte sich eventuell einen Ortswechsel überlegen, gibts ja eventuell ein Land, wo es Extrawürste vom Himmel regnet - hier sah ich den gefüllten Darm jedoch noch nicht vom Firmament segeln, zumindest nicht für mich. Und dies sollte auch für alle anderen gelten, schließlich sind wir alle gleich. Im Guten, wie im Schlechten.

Guten Tag


Kommentare:

  1. Eine kleine Anekdote, mein "all-time-favourite" des wahhabitischen Wahnsinns und dem bundesdeutschen Umgang mit diesem: Ein Mann und eine Frau, angesiedelt im o.g. Spektrum, in einem Berliner Jobcenter. Den Termin hat eigentlich sie, wird jedoch von ihm begleitet, da der PAP männlichen Geschlechts ist und...Sie wissen schon.
    Sie und er betreten in voller Montur dessen Büro,das Wort führt der Ehemann, denn die Gattin spricht nicht mit fremden Männern. Um die Dinge in Gang zu bringen, verlangt der PAP ein Ausweisdokument der Ehefrau - natürlich mit Lichtbild. Daraufhin er: "Meine Frau ist unverschleiert auf dem Bild. Holen Sie bitte eine Kollegin". Der PAP steht auf, geht raus, kommt mit einer solchen zurück, verlässt daraufhin sein Büro. Identitätskontrolle. PAP kommt wieder herein, Kollegin geht. PAP: "Ich müsste jetzt noch eine Kopie...". Er:"Nein, nein, ich hab' doch gesagt, das geht nicht." Also alles noch mal von vorn. Ohne den Hauch eines Widerspruchs seitens des PAP.

    So. Und jetzt versuchen Sie das mal in Marokko. Da fliegen sie schneller aus der Präfektur als sie "Niqab" sagen können.
    Auch nach dem 25.11. lässt man sich in Sachen "Wahhabi-Extrawurst" nämlich nicht den Stachel löcken. Könnte ein Grund sein, weshalb PV nicht (mehr) herkommen wollte...

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    1. Ha! Kenne ich auch. Die Kollegin ist fast am Ausrasten wegen den Extrawürsten und bekommt von der Chefetage gesagt, sie müsse die religiösen Besondersheiten dieser Migrantengruppe achten.

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  2. "Religiöse Besonderheiten"...
    Wenn ich in einer weitgehend säkularisierten, dabei gegenüber vom Mainstream abweichenden Lebensentwürfen vergleichsweise sehr toleranten Gesellschaft ein orthodox-religiöses Leben führen möchte, sollte ich ggf. dafür Sorge tragen, dies in finanzieller Unabhängigkeit tun zu können. Nötigenfalls muss ich mir dann eine Nische suchen bzw. einrichten, in der ich unter Berücksichtigung meiner "religiösen Besonderheiten" werktätig sein kann. Anderenfalls habe ich Abstriche zu machen. Und von solchen "Heldentaten" nicht noch ausschweifend im Internet zu schwadronieren wie die im Beispiel erwähnte Dame.
    Es stellt sich angesichts dessen leider doch die Frage, inwiefern bestimmte religiös begründete Kleidungsstücke zumindest in europäischen Breiten aus explizit politisch-ideologischen Gründen getragen werden. Mir konnte bislang jedenfalls noch niemand plausibel darlegen, was eine vollverschleierte (und damit nach interner Lesart besonders fromme,keusche, weltabgewandte) Frau zur Stoßzeit am Sonnabend im Ikea-Restaurant verloren hat, während es gleichzeitig aus besagter Richtung tönt, frau habe gefälligst nur bei absoluter Notwendigkeit die heimischen Vier Wände zu verlassen. Zwar bin ich kein Befürworter eines staatlich verhängten Niqab-Verbots, nichtsdestotrotz der Meinung,dass irgendwo Grenzen gezogen werden müssen. Dies, weil es erstens bei genauerer Untersuchung der diesbezüglichen islamischen Rechtsurteile erlaubt bzw. sogar Pflicht auch für eine vollverschleierte Frau ist, bestimmten Personen (z.B. Repäsentaten des Staates, d.h. Polizei etc.) ihr Gesicht sprich: ihre Identität zu offenbaren. Zweitens, weil diese Praxis der Vollverschleierung von der Mehrheit der Gelehrten nicht als Pflicht betrachtet wird, auch wenn uns manche Besserwisser etwas anderes glauben machen wollen...

    Im Übrigen bin ich ohnehin zur der Überzeugung gelangt, dass die "echte islamische Kleidung wie zu Zeiten des Propheten" wohl eher von den Frauen Westafrikas als von der schwarz-polyesterverhüllten Weiblichkeit der Halbinsel repräsentiert wird...

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    1. es gibt keine echte islamische Kleidung. Die langen Gewänder und Schleier wurden zu den Zeiten von allen Menschen getragen, egal ob Frauen oder Männer. Der eine Grund war der Sand der Wüste, der andere war, damit die schw...gesteuerten Männer sich nicht an die Frauen ranmachten, bzw dass man den Frauen nicht den Schmuck klaut. Zur "echten islamischen Kleidung" wurden die Gewänder vieeeeel später gemacht.

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  3. Vielleicht liegt es auch an den geschäftlichen Beziehungen, die mit Dubai und den VAE gepflegt werden, für Geld macht man/frau doch alles. So ist der Zeitgeist.
    Die Menschenwürde gilt nichts in Zeiten des Geldgottes.

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